Aufbrechen und bleiben...
Stationen
Geboren 1965 in Halle an der Saale. Lange war ich dort verwachsen und liebe viele Winkel und Menschen dieser Stadt bis heute. Verheiratet seit über 30 Jahren, Vater und bald auch Opa. Über den Süden in der Reichsbahnsiedlung am nahen Wasserturm ging es in die Silberhöhe, dann in die Dörfer der Elsteraue um Lochau und Burgliebenau. Vor 13 Jahren wechselte ich in die Pfarrstelle der Stadt Delitzsch - die preußische Kirche im sächsischen Land. Lebenswerte Unschärfen... Zuhause kann ich überall sein, gerne unterwegs und gerne sesshaft, in stetem Wechsel nach dem Schlag des Herzens. Ich liebe gute Geschichten und erzähle sie oft und höre genauso gerne zu. Ich tauche jeden Tag ein in die Musik, spiele Gitarre und singe oft und laut. Frieden heißt: Innewerden in dem, was wir wirklich brauchen, was wir geben können und empfangen dürfen. Bei gutem Wein mit lieben Freunden die Schönheit der Welt genießen, das ist Frieden. Dazu lachen, erzählen, hören, Mah-Jongg spielen und Anteil nehmen aneinander, das genügt schon zur Fülle. Von allem anderen komme, was mag.
Bildung
Ich erfuhr vor 50 Jahren eine gute Ausbildung in Lesen und Schreiben und Rechnen und praktiziere das Erlernte bis heute überaus gern und oft. Mit Büchern aus Papier und einem Füller, der analoge blaue Tinte aufsaugt und abgibt.
Nach der polytechnischen und erweiterten Oberschule legte ich die Reifeprüfung ab und erlernte den Beruf des Chemiefacharbeiters in den Buna-Werken bei Halle. An der MLU Halle erlangte ich den Hochschulabschluss in Evangelischer Theologie, nach dem Vikariat auch das kirchliche Examen in der Kirchenprovinz Sachsen und darf bis heute den wunderschönen, fordernden und erfüllenden Beruf des Pfarrers ausüben.
Am Seelsorgeseminar in Halle absolvierte ich zwei 12-Wochenkurs der klinischen Seelsorgeausbildung. Dies geschah für meine Arbeit im Krankenhaus und mit Strafgefangenen. Für das tiefere Eindringen in die Worte der Heiligen Schrift bildete ich mich weiter zum Bibliodramaleiter am Meister-Eckehart-Haus in Köln. Im Jahr 2011 erhielt ich das Zertifikat für die Ausbildung zum Integrativen Trauertherapeuten am Zentrum für Trauerbegleitung und Lebenshilfe e.V. in Dresden. Und seit 2018 rundet sich meine Bildung weiter ab mit dem Kurs Supervision und Coaching am Zentralinstitut für Familienberatung gGmbH in Berlin.
Arbeitswege
Durchkreuzt und erweitert, so zeichnen sich meine Lebens- und Arbeitswege ab. Als fanatischer Chemie-Fan habe ich schon als Kind Zündschnüre gebastelt und viele Stoffe zum Entflammen gebracht. Folgerichtig wollte ich Chemiker werden. Und ging diesen Weg über das Abitur und die Berufsausbildung sehr konsequent. Bis ich im Dreck von Buna stand und nicht mehr schuld sein konnte und wollte an den Umweltsünden in der DDR. Und bis mir Gott begegnete und mich mitnahm auf eine weite Erkenntnisreise, die bis heute andauert. Mit 18 Jahren ließ ich mich taufen. Und gab wenig später alle Wünsche und Ziele auf und reinigte die Fußböden und Toiletten des Kirchenhauses. Ich fand mich neu und fand zu Gott. Und es fanden sich neue Wege, die langsam gehbar wurden. Bis ich schließlich als Pfarrer arbeitete, in der Großstadt, in Dörfern und heute in Delitzsch. Mir begegneten viele gute Menschen, an denen und von denen ich lernen durfte. Der große Eugen Drewermann, der mir eine neue Theologie aufschloss. Gerhard Begrich, der den Himmel immer wieder aus den Worten hervorzauberte. So formte sich mein Glauben, mein Leben, mein Lieben neu... immer wieder. Über die Trauer kam ich zum Hospizdienst, bilde bis heute die ehrenamtlichen Sterbebegleiter aus. Ich bringe viele verschiedene Gruppen auf den Weg und begleite sie. Als Supervisor und Coach. Als Seelsorger. Dieses weite Feld hat sich über viele Jahre als meine Stärke erwiesen. Und als letztes Lernfeld darf ich die Erst- und Zweitklässler.innen an unserer neuen Grundschule unterrichten. ... Es komme, was mag!